Im Garten ist es ruhig.

„Der Mann da drüben ist Herr Garten, fragen sie ihn.“ Der Jüngere nickte in Richtung des Älteren, der neben dem Bauwagen stand. Ein ältlicher Herr, nicht sportlich, aber auch nicht übergewichtig, mit grauen Haaren. Zehn Jahre älter als ich, Mitte sechzig, nicht unsympathisch ging es ihr durch den Kopf.
Er trug eine grüne Schürze, die an der Vorderseite voller Erde war. Die Erde bildete Muster die der Form eines Schildkrötenpanzers ähnelte. Schön diese Ruhe hier, fand sie.
„Danke“ entgegnete sie und nickte dem Jüngeren zu, griff ihre Handtasche am Riemen hielt sich daran fest und lief schnurstracks auf Herrn Garten zu.
„Hallo“ sagte sie und streckte Herrn Garten ihre manikürte Hand entgegen. „Ich bin Frau Aufgedreht. Ich bin gekommen um sie zu interviewen.“
„Oh, ja,“ antwortete Garten wischte sich die Finger an der Schürze ab und streckte ihr die Hand entgegen.Die Erde blieb Teil seiner Nägel, als er ihre Hand in seine nahm. Sie schüttelten die Hände nur kurz und verzogen beide die Mundwinkel zu einem Mikrolächeln, wie es sich für Unbekannte gehörte.
„Wollen sie einen Kaffee oder Espresso? Mein Kaffee ist weltberühmt hier.“ Er lächelte breit und zeigte ein paar schiefe Altmännerzähne. Nicht eklig, nur eben etwas alt und vergilbt, wie weiße Vorhäng, die zu lange hängen.
„Da sag ich nicht nein,“ antwortete Frau Aufgedreht. Die Stille verschluckte die beiden.

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