Weiße Taxis, die schwarzfahren.

Vor mehr oder weniger dreizehn Jahren, wohnte ich in Köln in einer WG mit Sandra. Wir verbrachten sehr viel Zeit zusammen, kochten, gingen feiern und ihre Freunde waren auch meine. Einer davon, erzählte uns, dass es in der Stadt weiße Autos gäbe, die nachts als Taxis unterwegs sind. Getarnt sozusagen. Sandra und ich gingen jedes Wochenende aus, um bis spät in die Nacht zu tanzen. Meistens gingen wir in Clubs auf den Ringen oder am Friesenplatz. Danach aßen wir Gyros Pita. “Nüchtern bin ich Vegetarier,” war mein Motto, Fleisch ass ich nur betrunken. Nach dem Gyros teilten wir uns dann ein Taxi. Tanzen. Gyros. Taxi. Unser Wochenendritual.
Eines Nachts, mit Gyros im Bauch, fanden wir uns in einer unglaublichen Taxiebbe. Trotzdem warteten wir eine Weile. Entschieden uns aber dann zu laufen, auf den Ringen.

“Dort ist ein weißes Taxi,” rief ich auf den Ringen, Höhe Mediapark.
Ein weißer Audi wartete auf der anderen Straßenseite.
“Ich weiß nich‘,” entgegnete Sandra.
“Komm schon,” sagte ich, knuffte sie in die Schulter, und überquerte in einem autofreien Moment die Straße. Sie folgte mir. Wir stiegen in den Wagen, sie hinten, ich vorne.“Nach Nippes,” sagte ich zum Fahrer.
Der Fahrer war ein einziges Fragezeichen.
“Ich warte hier auf einen Freund.” sagte er. Wir brachen in Gelächter aus.
“Allerdings kann das noch eine Weile dauern…” sagte er.
So kam es, dass wir kostenlos nach Hause gebracht wurden. Von einem nichtschwarzfahrenden weißen Nichttaxi.

#Glücksgeschichten
#Lächelmär